Wem hilft die Berufsunfähigkeits-Versicherung?

Wenn alle das Gleiche gut finden, dann ist das auch irgendwie verdächtig. Bei der Berufsunfähigkeits-Versicherung sind sich irgendwie alle einig. Verbraucherschutz und Versicherer sagen dir bei jeder Gelegenheit, dass du unbedingt eine Berufsunfähigkeits-Versicherung brauchst. Da aber jeder Mensch anders ist, ist das doch überhaupt nicht möglich, oder?

Schauen wir uns das mal genauer an: Die BU-Versicherung zahlt mir dann eine Rente, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen meinen Beruf für mindestens 6 Monate nur noch zur Hälfte ausüben kann. Der Bäcker, der jeden Tag 10 Stunden gearbeitet hat und jetzt nur noch 5 Stunden arbeitet bekommt Geld. Aber auch der Bäcker, der jetzt in 10 Stunden nur noch 500 Brötchen statt 1.000 Brötchen schafft.

Das hört sich nicht schlecht an. Denn wer nur zur Hälfte arbeiten kann, dürfte in der Regel auch mal entlassen werden und hat dann kein Einkommen mehr. Da ist es dann gut, wenn ich von der Versicherung Geld bekomme. Die BU-Versicherung ist also für jeden wichtig, der von seinem Arbeitseinkommen lebt. Wenn du Millionär bist oder der Abstand zu Hartz-IV nicht so groß ist, dann brauchst du nicht unbedingt eine Berufsunfähigkeits-Versicherung.

Also, grundsätzlich schon mal für fast alle sinnvoll. Jetzt ist nur noch die Frage, ob du es dir leisten kannst. Und das hängt zu einem großen Teil davon ab, was du arbeitest. Denn je wahrscheinlicher es ist, dass du berufsunfähig werden kannst, umso teurer ist die Versicherung. Ein Uhrmacher, der schon mit einem leichten Zittern nicht mehr arbeiten kann, kostet entsprechend mehr als ein theoretischer Physiker, der noch im Rollstuhl zu den Erfolgreichsten seiner Branche gehören kann.

Die Berufsunfähigkeits-Versicherung ist also vor allem für Akademiker und Leuten mit Bürojobs sinnvoll, weil deren Risiko geringer ist. Allerdings ist das Risiko nicht gleich null. Denn die meisten BU-Fälle gehen auf psychische Erkrankungen zurück. Und das kann einen Akademiker genauso treffen wie eine Pflegekraft.

Wichtig ist übrigens vor allem, dass die BU-Versicherung in der richtigen Höhe abgeschlossen wird. Wenn ich jeden Monat 2.000 Euro ausgebe, muss ich 2.000 Euro versichern. Wer dann nur 1.000 Euro versichert, um Beitrag zu sparen, dem fehlen im Leistungsfall jeden Monat 1.000 Euro und die Versicherung zögert die finanzielle Katastrophe hinaus.

Und alle Handwerker, die sich eine BU-Versicherung in passender Höhe und Laufzeit nicht leisten können, können ja eine BU für die erhöhten Kosten in den ausgabenintensiven Lebensjahren zwischen 30-60 abschließen. Denn eine BU-Versicherung bis 60 kostet nur die Hälfte einer Versicherung bis 67. Und für den Rest der Ausgaben ist auch eine Erwerbsunfähigkeits-Versicherung eine gute Lösung.

Autor: Philip Wenzel

Titelbild: © Tyler Olson / shutterstock.com

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