5 ½ Versicherungen, die Familien unbedingt brauchen

Die Deutschen sind gut versichert, aber nicht unbedingt immer richtig. An diese 5 ½ Klassiker solltest du bei der Familienabsicherung denken.

Wer sein Auto besser absichert als das eigene Leben oder die Arbeitskraft, hat entweder merkwürdige Prioritäten oder aber ist falsch beraten. Fakt ist jedoch, dass gerade bei der Familienabsicherung nicht an alles gedacht wird. Wir zeigen dir, welche 5 ½ Absicherungskonzepte essentiell für Familien sind.

1. Die private Haftpflichtversicherung

Sie gilt als eine der wichtigsten freiwilligen Versicherungen für Verbraucher. Oftmals wird sie als Absicherung für kleine Schäden wahrgenommen – beispielsweise, wenn ich mich auf Omas neue Gleitsichtbrille setze, die ein paar Hundert Euro kostet. Tatsächlich greift die PHV aber immer dann, wenn jemand unabsichtlich anderen einen Schaden zufügt. Das kann die kaputte Brille oder ein kaputter Fernseher sein, den man umgeworfen hat. Es kann aber eben auch ein Personenschaden sein. Etwa, wenn man als Radfahrer einen Fußgänger übersieht. Verletzt der sich ernsthaft und muss ins Krankenhaus, können Behandlungs- und Folgekosten sowie möglicherweise Schmerzensgeld schnell ein paar 100.000 Euro ausmachen. Gut, wer hier abgesichert ist.

2. Die Hausratversicherung

In der Studentenbude war vermutlich nichts wirklich wertvoll. Wenn man aber als Familie vielleicht sogar in das Eigenheim zieht, sollte der „Hausrat“ – also Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Schmuck und vielleicht sogar die geerbte Plattensammlung des Großvaters adäquat abgesichert sein. Und genau dafür gibt es die Hausratversicherung, die beispielsweise bei Brand, Leitungswasserschäden oder auch bei Einbrüchen den Wert der beschädigten Gegenstände ersetzt. Die Höhe der Versicherungssumme wird entweder genau ermittelt, dann müssen Wertsteigerungen allerdings mittgeteilt werden. Oder aber man versichert den Hausrat pauschal über die Größe der Wohnung oder des Hauses. Hierfür wird dann ein Standardwert pro Quadratmeter angesetzt. Übrigens: Bezieht dein Kunde gerade die erste eigene Immobilie, gibt es vielleicht neben der Hausratversicherung auch Bedarf für eine Wohngebäudeversicherung.

3. Die Unfallversicherung

Es ist ein abgedroschener Satz, aber die meisten Unfälle passieren tatsächlich im Haushalt. Deshalb ist es wichtig, dass in einer ganzheitlichen Familienabsicherung immer auch die Unfallversicherung zur Sprache kommt. Denn während Unfälle bei oder auf dem Weg zur Arbeit in der Regel über die jeweilige Berufsgenossenschaft abgesichert sind, muss der teure, behindertengerechte Umbau von Haus oder Wohnung aus eigener Tasche finanziert werden, wenn zu Hause etwas Schlimmes passiert – oder aber, deine Kunden sind auch für diesen Fall über die Unfallversicherung abgesichert.

4. Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft sollte oberste Priorität haben. Denn woher kommt das Geld für die monatlichen Kosten wie Miete, Raten fürs Haus, Nebenkosten, Kita, Kleidung und Essen, wenn das Gehalt des Hauptverdieners plötzlich ausfällt? Wichtig ist jedoch, dass beide Elternteile eine eigenständige BU abschließen – auch dann, wenn einer der beiden aktuell „nur“ die Kinder betreut. Denn die im Fall der Fälle zu organisieren, wenn ein Elternteil ausfällt, kann schnell teuer werden.

5. Die Risikolebensversicherung

Es ist der Worst Case, keine Frage. Doch auch er tritt ein, meist plötzlich und unerwartet. Wenn der Ehepartner durch einen Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen wird, stellt sich leider auch die Frage, welche finanziellen Folgen das für die Familie hätte. Könnten Wohnung oder Eigenheim weiter finanziert und die monatlichen Rechnungen bezahlt werden? Wäre einer in der Lage, den Lebensunterhalt alleine zu bestreiten und sich gleichzeitig um die Kinder zu kümmern? Zumindest der finanzielle Druck dieses schlimmsten Falles kann durch eine Risikolebensversicherung gelindert werden.

Und welche ½ Versicherung braucht es noch?

Ganz einfach: Die Kinder dürfen bei einer umfassenden Familienabsicherung nicht außer Acht gelassen werden. Beispiel PHV: Hier sind Kinder in der Regel über die Eltern mitversichert – allerdings nur beim richtigen Tarif. Eine Unfallversicherung macht hingegen gerade auch für Kinder in vielen Fällen Sinn. Selbst über die Absicherung bei Pflegebedürftigkeit oder Schulunfähigkeit kann unter Umständen nachgedacht werden. Und auch die Vorsorge für Kinder ist ein spannendes Feld – etwa, wenn man bei der Geburt bereits einen Sparplan für den Nachwuchs einrichtet. Hier kannst du in der Beratung punkten, wenn du dich gezielt auch auf die Absicherung der Kleinsten vorbereitest.

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