Von Unfall bis Haftpflicht: Diese Policen brauchen Handwerkerinnen und Handwerker

Erstaunlich: Ausgerechnet im Corona-Jahr 2020 stieg die Zahl der Handwerksbetriebe in Deutschland nach zuletzt leichtem Rückgang wieder über eine Million, wie aktuelle Zahlen des Portal Statista.de ergaben. Eine riesige Zielgruppe, die du als Makler angehen solltest! Wie – das erfährst du hier.

Die rund 5,5 Millionen Handwerkerinnen und Handwerker hierzulande bilden eine recht spezielle Zielgruppe: Zuverlässigkeit, Fachwissen und eine persönliche Ansprache sind ihnen wichtig. Die meisten sehen ihren Makler mehr als Problemlöser denn als bloßen Produktanbieter. Darauf weisen erfahrene Vermittler immer wieder hin. Gute Vorbereitung ist also fundamental, um die richtige Ansprache zu finden. Zur Auffrischung hier ein kleiner Überblick über die wichtigsten Versicherungen für Handwerker und ihre Unternehmen.

Handwerker arbeiten oft mit erhöhtem Unfallrisiko. Hier kannst du ansetzen und zum Beispiel auf die Experten der Plattform „jetzthandwerker.de“ verweisen. Sie raten Selbständigen entweder zu einer freiwilligen gesetzlichen Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft oder zu einer privaten Absicherung: „Eine private Unfallversicherung lohnt sich für Berufe mit höherem Unfallrisiko, hier ist der Schutz höher“, so die Empfehlung.

Ist ein früher Ruhestand abgesichert?

Ebenso wichtig: die Invaliditätsabsicherung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherungen kann zwar für risikobehaftete Tätigkeiten recht teuer sein, ist aber unbedingt zu empfehlen. Das gilt auch für die Krankentagegeldversicherung. Und natürlich solltest du für deinen Kunden sämtliche Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge prüfen. Gerade Handwerker, die schwer körperlich arbeiten, sind oft nicht in der Lage bis zum 67. Lebensjahr zu schuften, sondern müssen für einen früheren Ruhestand sorgen – und das möglichst zeitig.

Was Versicherungen für den Handwerksbetrieb angeht, wird fast immer die Betriebshaftpflichtversicherung als Must Have genannt. Sie springt ein, wenn Dritte durch das Verschulden des Handwerkers oder seiner Mitarbeiter einen Schaden erleiden. Die Betriebshaftpflicht prüft und übernimmt gegebenenfalls Ersatzansprüche, Schmerzensgeld und Behandlungskosten. Immer daran denken: Jeder Unternehmer ist unbegrenzt haftungspflichtig. Ohne Betriebshaftpflicht steht man schnell vor dem finanziellen Ruin. Wichtig: Die Deckungssumme sollte nicht unter drei Millionen Euro liegen, besser bei mindestens fünf Millionen.

Da die meisten Policen Umweltschäden nicht abdecken, kannst du deinem Kunden zusätzlich eine Umwelthaftpflichtversicherung empfehlen. Vor allem Handwerker, die mit potenziell umweltschädlichen Stoffen wie Heizöl, Farben oder Chemikalien arbeiten, sind hiermit auf der sicheren Seite. Im Haftpflichtbereich sollten Handwerker je nach Branche auch über eine Produkthaftpflichtversicherung nachdenken (sofern sie nicht bereits Teil der Betriebshaftpflicht ist). Sie kommt zum Tragen, wenn Kunden durch fehlerhafte Produkte zu Schaden kommen – wobei unter „Fehler“ bereits eine falsche oder missverständliche Gebrauchsanweisung verstanden werden kann.

Als weitere Versicherungen für den Handwerksbetrieb nennen Experten außerdem stets eine Betriebsinhalts- beziehungsweise Inventarversicherung, sozusagen das betriebliche Gegenstück zur privaten Hausratversicherung. Wer den Betrieb im eigenen Gebäude führt, ist mit einer Gebäudeversicherung gut beraten.

Immer wichtiger: Absicherung gegen Cybercrime

Angesichts fortschreitender Digitalisierung ist auch eine gute Cyberversicherung unerlässlich. Eine A-Z-Übersicht über alle Versicherungen, die für Handwerker und ihre Unternehmen infrage kommen, hat die Redaktion des Online-Magazins „handwerksblatt.de“ zusammengestellt.

Übrigens: Wenn dein Kunde in seinem Betrieb Auszubildende beschäftigt, kannst du die Chance nutzen, auch mit ihnen ins Gespräch zu kommen, etwa über eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Altersvorsorgeprodukte. Je früher, desto besser: Auf dieses Prinzip der privaten Vorsorge solltest du die jungen Leute hinweisen – gerade, weil sie normalerweise mit 17 oder 18 Jahren andere Dinge im Kopf haben als an die finanzielle Absicherung ihres Ruhestandes zu denken. Den Chef interessieren in diesem Zusammenhang vielleicht auch die Themen betriebliche Altersvorsorge und betriebliche Krankenversicherung. Kleine Argumentationshilfe: Die nordrhein-westfälischen Handwerkskammern weisen ihre Mitglieder in der Broschüre „Versicherungen und Vorsorge im Handwerk“ ausdrücklich auf diese Möglichkeiten hin.

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