Fachkräfte gewinnen: So profitieren kleine Betriebe von der bAV

 70 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland haben große bis sehr große Probleme, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Freiwillige soziale Leistungen wie die betriebliche Altersversorgung (bAV) können da eine große Hilfe sein. Doch wie findest du in KMU den richtigen Ansprechpartner – und die richtige Ansprache?

Potenzial für die Vermittlung betrieblicher Vorsorgeprodukte ist reichlich vorhanden. Zwar bildet die betriebliche Altersversorgung inzwischen das am häufigsten genutzte Instrument zur Stärkung des Employer Branding. Dennoch setzen laut einer aktuellen Umfrage erst 28 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen auf die bAV, um begehrte Fachkräfte in den eigenen Betrieb zu locken. Für dich als Makler oder Maklerin kann das nur heißen: Ran an die KMU!

Die Frage ist nur: Wie? Anders als große Konzerne haben kleine Unternehmen meist keine Personalabteilung oder spezielle Beauftragte für HR-Fragen. Hier kümmert sich häufig ein Mitarbeiter neben seinen eigentlichen Aufgaben zusätzlich um Dinge wie Fachkräfteanwerbung oder betriebliche Sozialleistungen – oder der Chef macht’s gleich selbst.

Pro bAV: Das sind die wichtigsten Argumente 

Am Anfang heißt es also erst einmal, sich durchzufragen, bis du den richtigen Mann oder die richtige Frau vor dir oder zumindest am Telefon hast. Die Erfahrung zeigt außerdem: In KMU haben sich die Verantwortlichen häufig noch nicht sehr intensiv mit dem Konzept der betrieblichen Altersversorgung beschäftigt. Es ist also ratsam, die wichtigsten Argumente kompakt parat zu haben:

  • Bessere Chancen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte
  • Motivation und emotionale Bindung von Mitarbeitern an den Betrieb
  • Imagegewinn für die Firma
  • Arbeitgeberanteil ist als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar

Wenn daraufhin ein Gesprächstermin zustande kommt, ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Schau dir das Unternehmen vorher genau an. Je kleiner der Betrieb, um so individueller muss das bAV-Konzept zugeschnitten sein. Unterschiede ergeben sich allein schon aus der Altersstruktur. Start-ups mit vielen jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern brauchen eine andere Form der bAV als Betriebe, in denen der Altersdurchschnitt um die 50 liegt.

Altersvorsorge für junge Leute immer wichtiger

Viele Betriebe suchen vor allem jüngere Fachkräfte, mit denen sie langfristig planen können. Gelegentlich hören Makler dann das Argument: Altersvorsorge ist für die jungen Leute doch kein Thema, damit kann ich niemanden locken. „Falsch!“, sagt Cordula Vis-Paulus, „das Gegenteil ist der Fall.“ Die bAV-Expertin ist überzeugt: „Die heute 20- bis 25-Jährigen haben schon von ihren Eltern gehört, dass sie sich möglichst frühzeitig um die Rente kümmern müssen. In der Praxis ist die Bereitschaft bei gut Ausgebildeten hoch, heute auf Überflüssiges zu verzichten zugunsten einer besseren finanziellen Situation im Alter“, so die bAV-Spezialistin im Interview mit dem Fachportal „pfefferminzia.de“.

Das bedeutet: Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die händeringend junge Fachkräfte suchen, haben mit der betrieblichen Altersversorgung ein ausgezeichnetes Argument zur Hand, wenn es um die Attraktivität als Arbeitgeber geht.

Produkte sollten möglichst einfach gestaltet sein

Cordula Vis-Paulus rät in diesem Zusammenhang aber von einer zu geringen Arbeitgeberbeteiligung ab. Lediglich den 15-prozentigen Pflichtzuschuss zur Entgeltumwandlung empfänden viele Mitarbeiter nicht als besondere Wertschätzung. Experten weisen meist darauf hin, dass sich für Beschäftigte eine bAV erst ab einer Arbeitgeberbeteiligung von 20, besser noch 30 Prozent lohnt. Optimal ist bezüglich der Fachkräftegewinnung natürlich ein rein arbeitgeberfinanziertes Modell.

Ebenfalls wichtig bei der bAV-Vermittlung in kleineren Firmen: Die Produkte sollten möglichst einfach zu verwalten, transparent und auch für kleine Belegschaften machbar sein. Die meisten Kunden aus diesem Bereich haben schlicht keine Zeit, sich regelmäßig mit der Verwaltung der betrieblichen Altersversorgung zu beschäftigten. „Rundum-Pakete“, die ihnen diesen Aufwand abnehmen, kommen in KMU deshalb in der Regel besonders gut an.

Von Pfefferminzia, Autor René Weihrauch

Headerbild: © Zurich

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