Neue Regelungen und Gesetze: Was du für 2022 wissen solltest

Mit Stichtag 1. Januar gelten auch 2022 einige neue Gesetze und Regelungen, die für Maklerinnen und Makler von Bedeutung sind. Hier ein Überblick über wichtigsten Änderungen.

 

Rechnungszinssenkung

Die Absenkung des Höchstrechnungszinses von 0,9 auf 0,25 Prozent und ihre Auswirkungen werden schon seit längerer Zeit diskutiert. Nun ist es also mit Beginn des neuen Jahres so weit. Eine der Folgen: Bei Altersvorsorgeverträgen mit Garantien fällt das garantierte Kapital am Ende der Laufzeit wesentlich geringer aus, worauf unter anderem die Experten der MLP Finanzberatung hinweisen. Betroffen ist auch die Berufsunfähigkeitsversicherung, die sich im Neugeschäft verteuern wird.

BBG (West) zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt

Nachdem die Beitragsbemessungsgrenze zur allgemeinen Rentenversicherung jahrzehntelang regelmäßig angehoben wurde, sinkt sie nun, allerdings nur in den alten Bundesländern: von 85.200 auf 84.600 Euro im Jahr. Grund: Die BBG-Höhe ist an die coronabedingt leicht rückläufige Einkommensentwicklung gekoppelt. In den neuen Ländern steigt die Beitragsbemessungsgrenze dagegen etwas, nämlich von 80.400 auf 81.000 Euro.

Maximale bAV-Förderung fällt ebenfalls leicht geringer aus

Eine Folge der BBG-Absenkung ist die leichte Verringerung des steuerlichen Höchstförderbetrags zur betrieblichen Altersversorgung (für Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds). Er sinkt von 568 auf 564 Euro monatlich, der sozialversicherungsfreie Beitrag von 284 auf 282 Euro. Beiträge zu Rürup-Renten können nur noch bis zu einer Höhe von 25.639 Euro jährlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden (bisher: 25.787 Euro). Tatsächlich ansetzbar sind davon nunmehr 94 Prozent (2021: 92 Prozent). 2025 sollen es 100 Prozent sein.

bAV: Arbeitgeberpflichtzuschuss auch bei Bestandsverträgen

Der Arbeitgeberpflichtzuschuss zu Entgeltumwandlungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (mindestens 15 Prozent) muss ab 2022 auch bei bereits bestehenden Verträgen geleistet werden. Diese waren bisher von der Regelung ausgenommen.

PKV-Wechsel: Einkommensgrenze bleibt

Die jährliche Bruttoeinkommensgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) ab der Angestellte von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln können, bleibt bei 64.350 Euro. Ebenso unverändert ist die Beitragsbemessungsgrenze zur Errechnung der GKV-Beiträge. Sie liegt nach wie vor bei 58.050 Euro – ab diesem Einkommen steigen die Beiträge nicht weiter an. Kinderlose Versicherte müssen allerdings in der Pflegepflichtversicherung der GKV nunmehr einen Beitragszuschlag von 0,35 Prozent leisten. Bisher waren es 0,25 Prozent. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es dazu nicht.

Auch Beitragsfreiheit bei bAV-Leistungen unverändert

Der Freibetrag, bis zu dem Empfänger von bAV-Leistungen Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen müssen, bleibt bei 164,50 Euro. Nur bAV-Einkünfte, die über diesem Betrag liegen, werden für pflichtversicherte Rentner Beiträge fällig. Anders bei der Pflegeversicherung. Hier ist kein Freibetrag, sondern eine Freigrenze entscheidend. Wird diese (ebenfalls unverändert 164,50 Euro) überschritten, wird die volle bAV-Leistung beitragspflichtig.

 

Von Pfefferminzia, Autor René Weihrauch

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