Ärger vermeiden: So kannst Du Deine Website rechtlich absichern

Ohne eine gut gestaltete Internetseite kommt kaum ein Makler heute aus. Doch Design und Funktionalität sind nicht alles. Um Ärger oder sogar Bußgelder zu vermeiden, solltest du deine Website unbedingt rechtlich absichern. Hier die wichtigsten Hinweise dazu.

Bitte beachte: Bei den folgenden Tipps handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung. Die wollen und dürfen wir nicht durchführen. Trotzdem bieten dir die folgenden Informationen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) nützliche Anhaltspunkte, wie du deine Website rechtlich absichern kannst.

Erste Anforderung an jede Internetseite: Sie muss ein korrektes Impressum enthalten. Dazu gehören:

  • der vollständige Name des Betreibers der Internetseite (bei Unternehmen der Firmenname, der volle Name eines Vertretungsberechtigten sowie die Rechtsform)
  • eine zustellfähige Anschrift, also kein Postfach
  • aktuelle Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse
  • die Umsatzsteueridentifikationsnummer

Hilfreich bei der Erstellung können sogenannte Impressum-Generatoren im Internet sein. Ein Beispiel dafür findest du hier.

Kern jeder Website: Die Datenschutzerklärung

Willst du deine Website rechtlich absichern, musst du dich auf jeden Fall um eine korrekte Datenschutzerklärung kümmern. Beatriz Loos, Fachanwältin für IT- und Medienrecht, bezeichnet sie in einem Beitrag für das Portal unternehmer.de als „Kern jeder Website“.

In der Datenschutzerklärung muss jeder Besucher der Internetseite aufgeklärt werden, welche seiner Daten erhoben, gespeichert und verwendet werden. Außerdem muss sie Informationen enthalten, wie er deren Löschung verlangen kann. Deshalb muss die Erklärung auch entweder deinen vollen Namen und deine Adresse (beziehungsweise einen Hinweis aufs Impressum) oder den Namen eines Datenschutzansprechpartners im Unternehmen enthalten. Auch für eine korrekte Datenschutzerklärung findest du Muster im Internet. Lass aber auf jeden Fall von einem Profi prüfen, ob du dieses Muster 1:1 übernehmen kannst oder in Details anpassen musst.

Urheberrechte unbedingt beachten

Ein heikler Punkt betrifft Urheberrechtsfragen. Wenn du auf deiner Internetseite Fotos, Texte, Grafiken oder Videos veröffentlichst, an denen du keine Nutzungsrechte (Copyright) hast, können hohe Lizenzgebühren und Abmahnungen auf dich zukommen. Aber auch für lizenzfreie Bilder müssen immer die Quellen genannt werden. Ebenfalls wichtig: Bei Kontaktformularen, zum Beispiel für Newsletter, musst du das sogenannte Double-Opt-In-Verfahren verwenden, um auf der sicheren Seite zu sein. Damit bestätigt der Interessent zusätzlich über einen Link, den du ihm schickst, dass er den Newsletter erhalten möchten.

In manchen Fällen können rechtliche Probleme auftauchen, wenn du deine Internetseite mit externen Dienstleistern wie Google Maps, Analyse Tools oder über Teilen-Buttons in sozialen Netzwerken verknüpfst. Diese Dienste müssen in der Datenschutzerklärung angegeben werden. Falls externe Dienste Daten der Besucher deiner Website sammeln und speichern, musst du mit ihnen außerdem einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag abschließen. Dessen Inhalt ist durch Paragraf 28 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) festgelegt.

Wie sieht es eigentlich mit Cookies aus?

Diese Frage taucht ebenfalls immer dann auf, wenn du deine Website rechtlich absichern willst. Dabei kommt es auf die Art der Cookies an. Einfache Session- und technische Cookies, die zum Beispiel das erneute Einloggen bei einem späteren Website-Besuch überflüssig machen, bergen normalerweise keine juristischen Probleme.

Anders kann es bei Analyse-, Tracking- oder Drittanbieter-Cookies aussehen. Wenn die direkt auf deiner Website eingebettet sind, können sie externe Daten deiner Besucher verfolgen, auch wenn diese nicht auf deren Inhalte auf deiner Seite geklickt haben. Die Anforderungen an eine rechtssichere Website sind damit nicht erfüllt. Generell müssen Website-Besucher die Möglichkeit haben, Tracking- und Analyse-Cookies aktiv zuzustimmen – das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben.

Eine rechtliche Besonderheit für Maklerinnen und Makler solltest du allerdings auch noch beachten: Laut EU-Transparenzverordnung zu Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen bist du verpflichtet, Kunden auf deiner Website über Nachhaltigkeitskriterien der von dir vermittelten Produkte zu informieren. Die Verordnung gilt seit dem 10. März 2021.

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