8 Fragen an: Marlene Drescher

8 Fragen an: Marlene Drescher

Mit 25 Jahren Berufserfahrung gehört Marlene Drescher fast schon zu den „alten Hasen“ unter den Versicherungsmaklern. Schon früh hat sie angefangen, über soziale Medien Neukunden zu akquirieren, sei es über Facebook oder seit kurzem auch über ihren Instagram-Account versicherungenmitmarlene.

Redaktion Maklerimpuls: Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich vorgestellt?

Marlene Drescher: Das ist eine amüsante Geschichte. Meine Mutter hat seit 1988 einen Friseursalon mit sechs Angestellten, deshalb war für sie vollkommen klar, dass ich ebenfalls Friseurin werde – für mich übrigens auch, darauf lief es in meiner Schulzeit erst einmal hinaus. Ich bin auf die Realschule gegangen, weil ich dachte: Abitur brauche ich nicht, ich werde ja Friseurin. Das Abschlusszeugnis war dann aber so gut, dass mein Lehrer sagte: „Willst du mit diesen Noten nicht vielleicht doch was anderes lernen?“. Ein Freund von mir fing gerade eine Ausbildung bei der Sparkasse an, das schien mir interessant zu sein. Ich habe mich dann ebenfalls beworben und konnte eine Lehre als Bankkauffrau machen.

Redaktion Maklerimpuls: Und was hat dich dann zu dem Job bewogen, den du heute machst?

Marlene Drescher: Ich war einschließlich der Ausbildungszeit sechs Jahre bei der Sparkasse, aber ich wurde dort einfach nicht glücklich. Es gab keine wirklich personenbezogene, individuelle Beratung. Es ging nur darum, vorgegebene Verkaufsziele zu erreichen. Anfang des Jahres gab es eine Liste, was man wann zu verkaufen hatte. Wenn Bausparwochen waren, wurde jedem Kunden ein Bausparvertrag empfohlen, wenn Riesterwochen waren, ging es eben um Riesterverträge. 2002 habe ich mich dazu entschlossen, zu kündigen und mich als Versicherungsmaklerin selbstständig zu machen.

Redaktion Maklerimpuls: Was macht dir an deinem Job heute am meisten Spaß?

Marlene Drescher: Ganz klar: das Arbeiten mit Menschen – mit allen Emotionen, mit allen Aufs und Abs. Mit geht es um langfristige Beratung. Manche Kunden betreue ich schon seit ihrer Lehre – und die haben jetzt selbst Kinder, die 17 oder 18 sind und Beratung brauchen. Menschen über einen so langen Zeitraum zu begleiten, manchmal sogar generationenübergreifend – das gibt mir einfach ein schönes Gefühl.

Redaktion Maklerimpuls: Nehmen wir einmal an, du könntest ein neues Versicherungsprodukt erfinden, wie würde es aussehen?

Marlene Drescher: Da bin ich nah bei dem, was mein Kollege Bastian Kunkel an dieser Stelle kürzlich gesagt hat. Es wäre ein Produkt, das Menschen, die wegen psychischer Probleme in Behandlung waren oder sind, bei der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht dermaßen abstraft, wie das heute der Fall ist. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ein Beispiel: Zu meinen Kunden gehört eine Frau, die seit einigen Jahren zur Gesprächstherapie geht. Als sie damit begonnen hat, stand sie kurz vor einem Burnout. Durch die Therapie ist es dazu nicht gekommen. Es ist also eine wirksame, präventive Maßnahme. Dennoch bekommt die Frau keine BU-Versicherung. Ich finde das nicht richtig.

Redaktion Maklerimpuls: Ein Blick in die Glaskugel: Wo siehst du das Versicherungsgeschäft in zehn Jahren?

Marlene Drescher: Ich denke, Makler werden dann überwiegend online beraten, und die meisten Prozesse werden komplett digitalisiert sein. Meine große Tochter ist jetzt 15. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch in einer Versicherungsbüro gehen wird, um dort ihre ersten Versicherungen abzuschließen. Leider hängt die Branche bei der Digitalisierung ja noch etwas hinterher. Die Versicherer sind in den nächsten Jahren gefragt, ihre Produkte entsprechend voranzubringen und dazu beizutragen, dass die Arbeit in der Vermittlung einfacher, moderner, digitaler werden kann.

Redaktion Maklerimpuls: Und wo siehst du dich selbst in einem Jahrzehnt?

Marlene Drescher: Momentan habe ich im Innendienst ein kleines Team mit anderthalb Stellen und mache die Beratung komplett allein. Für den Vertrieb habe ich aber gerade eine Stelle ausgeschrieben. In zehn Jahren sehe ich meinen Betrieb ein ganzes Stück größer als heute. Mein Vertriebsteam soll in dieser Zeit deutlich wachsen, da die Nachfrage nach Onlineberatung über die Social Media Kanäle immer größer und umfangreicher wird.

Redaktion Maklerimpuls: Was tust du, wenn’s im Job mal gar nicht läuft?

Marlene Drescher: Reden hilft immer! Nach meiner Erfahrung ist es am besten, das Problem gleich am Schopf zu packen und bei zwischenmenschlichen Schwierigkeiten schnell die Kommunikation zu suchen.

Redaktion Maklerimpuls: Letzte Frage: Was bringt dich im Job so richtig zur Weißglut?

Marlene Drescher: Das kommt nicht häufig vor, aber wenn dann bei geringer Wertschätzung meiner Arbeit und generell, wenn unsere Branche schlechtgeredet wird. Viele Makler, mich eingeschlossen, bieten heute ein extrem hohes Dienstleistungsniveau, trotzdem ist das Image des Berufs immer noch schlecht. Das muss sich dringend ändern.

Steckbrief

Name: Marlene Drescher
Unternehmensname: Versicherungsmaklerin Marlene Drescher
Instagram: versicherungenmitmarlene
Facebook: versicherungenmitmarlene
Lieblingspodcast: „Mit den Waffeln einer Frau“ von Barbara Schöneberger
Darauf kann ich nicht verzichten: Meine Familie, meine Freunde – und Schokolade
Ausgleich zum Beruf: Spaziergänge, gute Gespräche mit Familie und Freunden
Dein perfekter Tag in drei Worten: Familienzeit, Entspannung, tolle Kundentermine (leider sind es vier geworden…)
Was ich noch sagen wollte: An alle Frauen in unserer Branche: Seid mutig, zeigt euch, seid selbstbewusst und authentisch! Es braucht viel mehr von uns.